Fabian Schillers zweite Saisonhälfte beginnt an der Cote d’Azur

Im südfranzösischen Le Castellet startet am Wochenende das sechste von zehn Rennen der Blancpain GT Serie

Dort wo andere Urlaub machen, wartet am kommenden Wochenende ein hartes Stück Arbeit auf Fabian Schiller. Auf dem Circuit Paul Picard am Rande der südfranzösischen Ortschaft Le Castellet, nur etwa 20 Kilometer entfernt von Bandol an der Côte d’Azur, startet der 20-jährige Sportwagenpilot aus dem Rhein-Sieg-Kreis beim sechsten Rennen der Blancpain GT Serie. Die insgesamt zehn Veranstaltungen der Saison 2017 teilen sich auf in je fünf Sprint- sowie fünf Langstreckenrennen und nachdem es zuletzt im belgischen Zolder zwei Mal über nur je eine Stunde ging, werden die Piloten sich in Frankreich einem Marathon über nicht weniger als sechs Stunden stellen. Als zusätzliches Highlight werden die „1000 Kilometer von Paul Ricard“ als Nachtrennen ausgerichtet. Der Start erfolgt am Samstag um 18:00 Uhr und erst kurz nach Mitternacht werden die Teilnehmer die schwarzweiß-karierte Flagge sehen.



Mit seiner bisherigen Saisonleistung kann Fabian Schiller absolut zufrieden sein. Sowohl auf ihm bereits bekannten Kursen wie auch auf neuen Rennstrecken machte der in Bonn geborene Rennfahrer stets mit beeindruckenden Rundenzeiten auf sich aufmerksam. Zur Halbzeit führt er deshalb zusammen mit seinem niederländischen TeamkollegenJules Szymkowiak völlig verdient den Silver-Cup für junge Nachwuchspiloten mit deutlichem Vorsprung an. Für den bevorstehenden Lauf des Blancpain GT Series Endurance Cup werden die Uhren allerdings wieder auf Null gestellt, denn in den Langstreckenrennen der beliebten europäischen Sportwagenserie gibt es eine eigene Wertung und die Fahrerpaarungen werden neu gemischt. So wird Schiller zwar wie gewohnt im HTP-Mercedes mit der Startnummer 85 sitzen, aber diesmal wechselt er sich am Lenkrad des mehr als 550 PS starken 6,3-Liter-V8-Boliden mit dem Österreicher Dominik Baumann und dem Schweden Edward Sandström ab.

Das Sechs-Stunden-Rennen stellt nicht nur wegen seiner doppelten Länge sondern auch wegen der extrem starkenKonkurrenz eine besondere Herausforderung für das internationale Trio dar. Die Teilnehmerliste mit Fahrzeugen wie Aston Martin V12, Audi R8 LMS, Bentley Continental GT3, BMW M6, Ferrari F488, Jaguar G3, Lamborghini Huracan GT3, McLaren 650 S, Mercedes-AMG GT3, Nissan GT-R sowie Porsche 991 GT3-R umfasst praktisch alle großen und international erfolgreichen Sportwagen-Konstrukteure.

Der Circuit Paul Ricard ist Fabian Schiller bestens bekannt, denn auf dem hochmodernen Kurs hat das Mitglied des AMC Siegburg erst im vergangenen Jahr die Rennen der Renault Sport Trophy absolviert und sich wenig später bereits vorzeitig zum Meister krönen lassen. Zwischen 1971 und 1990 gastierte die Formel 1 in Südfrankreich und trug hier den Großen Preis von Frankreich aus. Danach wurde das gesamte Areal nach neuesten Sicherheitsrichtlinien umgebaut und zunächst als Teststrecke genutzt. Seit 2006 finden in Le Castellet wieder zahlreiche internationale Automobil- und Motorradrennen statt und für 2018 hat auch der Grand Prix-Zirkus seine Rückkehr in das Département Var angekündigt. Das Layout des Strecke lässt durch Querverbindungen eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten zu. Die Blancpain GT Serie nutzt jedoch den Gesamtkurs mit einer Länge von 5842 Metern, der vor allem durch die mit 1,6 Kilometern extrem lange Mistral-Gerade bekannt wurde, die aber inzwischen durch eine Schikane entschärft wurde.

„Wir hatten bereits Anfang des Jahres gemeinsame Testfahrten der Blancpain-Serie in Paul Ricard und sind dort sehr gut zurecht gekommen. Die Strecke sollte unserem Auto liegen“, gibt sich Fabian Schiller vor dem Rennwochenende zuversichtlich. „Für unser Team dient das Rennen hauptsächlich zur Vorbereitung auf Spa-Francorchamps, denn das 24-Stunden-Rennen dort ist der absolute Höhepunkt der Saison. Das Rennen jetzt am Samstag geht zwar bis in die Nacht hinein, aber ich denke, zumindest in den Anfangsstunden wird es sehr heiß werden. Insofern ist das eine gute Generalprobe für Spa. Die Strecke ist cool, ich mag sie sehr gerne. Mein Teamchef Norbert Brückner und ich sind optimistisch, dass wir dort gut aussehen und ein paar Punkte für die Meisterschaft mitnehmen können.“

Text: F. Wagner / Schiller Motorsport - Fotos: Blancpain GT Series

 

 

Fabian Schiller gewinnt die Silver Cup-Wertung im belgischen Zolder

Die tolle Aufholjagd des Troisdorfers im Sprintrennen der Blancpain GT Serie endete auf Gesamtrang acht

Mit einem Sieg im Silver Cup sowie dem achten Platz im Gesamtklassement beendeten Fabian Schiller und sein Teamkollege Jules Szymkowiak den dritten Lauf des Blancpain GT Series Sprint Cup im belgischen Zolder. Auf dem etwa vier Kilometer langen Circuit Terlaemen hatte die deutsch-niederländische Fahrerpaarung mit ihrem Mercedes-AMG GT3 bereits im Qualifikationsrennen am Samstag für Aufsehen gesorgt, als sie vom 33. und damit letzten Startplatz bis an die 17. Position nach vorne fuhren und damit Rang zwei in der Wertung für junge Nachwuchsrennfahrer ohne Profistatus erreichten.



Nach seinem etwas enttäuschenden Abschneiden in den beiden zurückliegenden Rennen in Großbritannien brannte Fabian Schiller darauf, endlich wieder ein zählbares Ergebnis nach Hause zu fahren. Bereits im ersten freien Training umrundete das Mitglied des AMC Siegburg den ehemaligen Grand Prix-Kurs in der belgischen Provinz Limburg in 1:31,350 Minuten, was für Rang zwölf reichte. Zum zweiten freien Training lief es sogar noch besser, denn der Sportwagen des Teams HTP Motorsport steigerte sich um fast eine ganze Sekunde und wurde am Ende an der fünften Gesamtposition notiert, wobei dem Eschmarer nur eine Zehntelsekunde auf die Bestzeit fehlte.

Für das Qualifying mussten Schiller und Szymkowiak jedoch einen herben Dämpfer hinnehmen, denn der Mercedes mit der Startnummer 85 wurde wegen eines Vergehens vom zurückliegenden Lauf im englischen Brands Hatch, wo der Niederländer einen Rennunfall verursacht hatte, bis an die allerletzte Position in der Startaufstellung zurückversetzt. Wenn man bedenkt, dass die beiden HTP-Junioren von dort aus nicht weniger als 16 Konkurrenten überholten, kann man sich vorstellen, was von einem besseren Startplatz aus möglich gewesen wäre.

Das Ergebnis beim Qualifikationsrennen vom Samstag bestimmte wie gewohnt die Startaufstellung für den einstündigen Lauf am Sonntag und sofort setzten Fabian Schiller und Jules Szymkowiak ihre Aufholjagd fort. Bei erneut optimalen Rennbedingungen pflügte das mit 20 und 21 Jahren jüngste Fahrerduo mit tadellosen Stints durch das Teilnehmerfeld und überquerte nach 36 Runden nur zwei Plätze hinter dem mit den beiden Profis Franck Perrera und Maximilian Buhk besetzten Schwesterauto des Altendiezer Rennteams auf Rang acht der Gesamtwertung die Ziellinie. Damit triumphierten die beiden Rookies bereits zum dritten Mal im bisherigen Saisonverlauf in der Silver Cup-Klasse und bauten mit jetzt 121 Punkten ihre Spitzenposition in der Fahrerwertung gegenüber den Verfolgern noch einmal deutlich aus.

So ganz zufrieden konnte Fabian Schiller mit dem Verlauf des Rennwochenendes aber dennoch nicht sein. „Wir sind mit hohen Erwartungen angereist und wollten eigentlich um das Podest fahren“, sagte der gebürtige Bonner nach dem Rennen. „In den letzten Rennen hatten wir immer wieder das Potential, um mindestens unter die ersten Fünf im Gesamtklassement zu fahren, aber auf Grund von Fehlern im Qualifying haben wir einen guten Startplatz verpasst und dann ist es schwer, so einen Rückstand aufzuholen. In den Rennen hatten Jules und ich die Pace und haben gepusht was geht. Der Mercedes-AMG GT3 war wie immer perfekt zu fahren. Zumindest wieder einen Klassensieg geholt zu haben ist ein schönes Gefühl, aber bei den nächsten Rennen wollen wir auch in der Gesamtwertung wieder nach vorne.“

Auch HTP-Teamchef Norbert Brückner kommentierte das Rennwochenende seiner Mannschaft im belgischen „Kohlenpott“ mit gemischten Gefühlen „Einerseits können wir zufrieden sein, weil Maxi und Franck ihre Position in der Gesamtwertung deutlich verbessert haben und wir auch in der Teamwertung nur noch acht Punkte Rückstand auf die Führenden haben. Umso ärgerlicher ist es natürlich, dass wir durch die Strafe im Qualirennen eine noch viel bessere Ausbeute vergeben haben. Unsere Junioren Jules und Fabian verdienen einfach nur ein dickes Lob: Von ganz hinten auf P8 – Klasse!“

Die nächste Saisonveranstaltung zur Blancpain GT Serie ist wieder ein Langstreckenrennen und findet am 23. und 24. Juni auf dem Circuit Paul Ricard im südfranzösischen Le Castellet statt. Dieser dritte Lauf zum Blancpain GT Series Endurance Cup ist statt der üblichen drei auf eine Dauer von sechs Stunden angesetzt und führt am späten Samstag Abend von 18:00 Uhr bis Mitternacht über eine Renndistanz von etwa 1000 Kilometern.

Text: F. Wagner / Schiller Motorsport - Fotos: Blancpain GT Series

 

 

Kein Rennglück für Fabian Schiller auf der britischen Insel

Bei der „englischen Woche“ der Blancpain GT Serie hatte der Troisdorfer keine Chance auf eine Top-Platzierung

Ohne ein zählbares Ergebnis musste Fabian Schiller am vergangenen Wochenende die Rückreise aus Großbritannien antreten. Im Rahmen einer „englischen Woche“ war der Troisdorfer in der Blancpain GT Serie zunächst zum zweiten von fünf Sprintrennen in Brands Hatch angetreten und anschließend gleich weiter nach Silverstone gereist, wo nur wenige Tage später ein Langstreckenlauf der beliebten Sportwagenserie auf dem Programm stand. Die starke Leistung des 19-jährigen Rennfahrers auf der Strecke blieb jedoch unbelohnt, denn gleich mehrere Strafen der Sportkommissare warfen den Mercedes-AMG GT3 des Teams HTP Motorsport immer wieder so weit zurück, dass eine Zielankunft in den Punkterängen unmöglich wurde.



Mit einer großen Portion Optimismus war Schiller am ersten Mai-Wochenende nach Großbritannien gereist, denn sowohl Brands Hatch in der englischen Grafschaft Kent als auch der Grand Prix-Kurs von Silverstone gelten als sehr flüssige Rennstrecken, welche dem Mercedes-Sportwagen liegen sollten. Das bewiesen der Eschmarer und sein Teamkollege Jules Szymkowiak dann auch gleich im ersten freien Training eindrucksvoll, denn mit einer Zeit von nur 1:24,762 Minuten für den 3,703 km langen Kurs fuhr das deutsch-niederländische Duo die zweitschnellste Runde der insgesamt 33 Starter. Auch ihre Leistung im Zeittraining hätte für einen vorderen Startplatz gereicht, doch aufgrund eines Missverständnisses zwischen dem Team und der Rennleitung saßen Schiller und Szymkowiak in der falschen Reihenfolge in ihrem Fahrzeug. Die Strafe dafür war allerdings extrem hart, denn der Mercedes mit der Startnummer 85 wurde bis ganz ans Ende der Startaufstellung zurückversetzt.

Davon ließen sich die jungen Piloten jedoch nicht beirren, zeigten im einstündigen Qualifying-Rennen am Sonntag Mittag eine sensationelle Leistung und fuhren von Rang 31 bis an die 16. Position nach vorne. Das anschließende Hauptrennen über ebenfalls 60 Minuten beendeten Schiller und Szymkowiak sogar auf dem vierten Platz, doch die Freude über die erfolgreiche Aufholjagd währte nur kurz. Wegen Verursachens einer Kollision mit einem Konkurrenten brummte die Rennleitung dem HTP-Mercedes nachträglich 30 Strafsekunden auf, was die beiden auf den 17. Rang zurückwarf und sie außerdem den Sieg im Silver Cup, einer Sonderwertung für Nachwuchspiloten ohne Profistatus, kostete.

Nur fünf Tage später ging es dann auf dem Formel 1-Kurs von Silverstone weiter, doch auch im „Home of British Motor Racing“ setzte sich Fabian Schillers Pechsträhne nahtlos fort. Nach einem nicht optimal verlaufenen Qualifying belegte der Mercedes-AMG GT3, den das Mitglied des AMC Siegburg sich diesmal mit dem Österreicher Dominik Baumann sowie dem Schweden Edward Sandström teilte, am Ende nur Startplatz 17. Wie schon eine Woche zuvor, kämpfte sich der gebürtige Bonner Position um Position durch das Feld der Konkurrenten und lag beim ersten Pflichtboxenstopp bereits auf Rang elf. Doch dann schlug das Schicksal erbarmungslos zu. Zunächst erhielt das Trio wegen angeblichen „Verlassens der Startposition“ eine Boxengassen-Durchfahrtsstrafe. Weil Schiller diese aber verbotener Weise während einer Safetycar-Phase verbüßte, kassierte der junge Rheinländer direkt noch eine zweite sogenannte „Drive-Through Penalty“. Und weil Sandström zu allem Überfluss zu Beginn seines Stints versehentlich die rote Ampel an der Boxenausfahrt überfuhr, folgte gar noch eine dritte Strafe. So blieb am Ende in dem hochklassigen Teilnehmerfeld von 55 GT3-Fahrzeugen nur der enttäuschende 37. Rang

„Wenn ich ehrlich bin, dann fehlen mir ein wenig die Worte, um zu beschreiben, was wir hier durchgemacht haben“, musste Fabian Schiller hinterher frustriert zugeben. „Unser Auto lief phantastisch, wir waren zwischenzeitlich die schnellsten Fahrer auf der Strecke und haben trotz der ganzen Strafversetzungen nie aufgegeben. Aber dass wir nach dem Saisonauftakt in Italien, wo wir bereits um eine mögliche Podiumsplatzierung gebracht wurden, jetzt schon wieder so weit zurückgeworfen wurden, ist einfach nur sehr enttäuschend. Ich versuche, das jetzt so schnell wie möglich abzuhaken und Anfang Juni bei den nächsten Sprintrennen im belgischen Zolder endlich wieder in die Punkte zu fahren.“

Text: F. Wagner / Schiller Motorsport - Fotos: Blancpain GT Series

 

 

Keine Chance auf Punkte für Fabian Schiller in Monza

Durch die Folgen eines Startunfalls erreichte der Mercedes-AMG GT3 des Troisdorfers in Italien nicht das Ziel

Seine Teilnahme am zweiten Lauf der Blancpain GT Serie in Monza hatte sich Fabian Schiller mit Sicherheit anders vorgestellt. Bereits in den Trainingssitzungen zu dem Endurance-Rennen auf dem 5,793 km langen Rennstrecke nördlich von Mailand taten sich der Troisdorfer sowie seine beiden Teampartner Dominik Baumann (Österreich) und Edward Sandström (Schweden) schwer, die Rundenzeiten der Konkurrenz mitzugehen. Im Rennen am Sonntag wurde der Mercedes-AMG GT3 mit der Nummer 85 dann bereits nach wenigen Sekunden unverschuldet in einen Startunfall verwickelt. Das Team HTP Motorsport musste den Sportwagen schließlich vorzeitigaus dem Rennen nehmen, bevor das Mitglied des AMC Siegburg überhaupt die Chance hatte, ins Geschehen einzugreifen.

Bereits im freien Training am Samstag Morgen musste das internationale Trio erkennen, dass es aufgrund der extrem hohen Leistungsdichte alles andere als einfach werden würde, auf dem Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park von Monza eine Topplatzierung zu erreichen. In ihrer schnellsten Runde blieb die Stoppuhr bei 1:48,789 Minuten stehen, was einen Rückstand von etwa neun Zehntelsekunden auf den Spitzenreiter bedeutete, jedoch nur für Rang 24 im Feld der 52 Fahrzeuge reichte. Nachdem die HTP-Mannschaft noch einige Veränderungen am Mercedes vorgenommen hatte, lief es im ersten Qualifying etwas besser und der Stuttgarter Sportwagen wurde an der 14. Position notiert. Die Konkurrenz legte jedoch nach, sodass es in der Kombination aus allen drei Zeittrainings am Ende nur zu Startplatz 27 reichte.

Das Rennen über drei Stunden am Sonntag Nachmittag begann gleich mit einer Schrecksekunde, denn in der Spitzengruppe berührte ein Bentley Continental aus der zweiten Startreihe den neben ihm fahrenden Lamborghini Huracan, woraufhin dieser quer durch das Feld schoss und eine Massenkollision auslöste, welche mehr als ein Dutzend Fahrzeuge aus dem Wettbewerb riss. Während das zweite Auto des HTP-Teams mit viel Glück über die Wiese ausweichen konnte und anschließend nach einer furiosen Aufholjagd als Dritter sogar den Sprung auf das Podium schaffte, wurde der Mercedes mit der Startnummer 85 vorne rechts getroffen.

Für Startfahrer Dominik Baumann sah es zunächst so aus, als könnte er das Rennen fortsetzen, doch bereits beim ersten Routinestopp mit Fahrerwechsel zeichnete sich ab, dass die Beschädigungen an Karosserie und Fahrwerk schwerwiegender sein könnten als erhofft. Edward Sandström ging dann zwar zu seinem Stint auf die Strecke, musste den 550 PS starken Boliden aber gegen Rennhalbzeit mit defekter Radaufhängung an der Box abstellen. Besonders bitter war dies für Fabian Schiller, denn der 19-jährige Eschmarer hatte so keine Chance mehr, den GT3-Sportwagen zu übernehmen und vielleicht ähnlich weit nach vorne zu fahren wie das Schwesterfahrzeug.

Norbert Brückner zollte seiner Mannschaft dennoch ein großes Lob. „Alle miteinander haben aus einer kniffligen Situation das Beste gemacht und sich im Rennen gesteigert“, sagte der Teamchef aus Altendiez bei Limburg. „Die Fahrer haben sich so gut als möglich aus allen Problemen herausgehalten und durch die Bank einen tollen Job gemacht.“ Auch Fabian Schiller konnte der Situation am Ende noch etwas Positives abgewinnen. „Es war im Qualifying schon eine krasse Geschichte, wenn man mit einem Rückstand von nur acht Zehntel bis an die 27. Position zurückgereicht wird“, so der gebürtige Bonner. „Aber im Rennen haben wir deutlich besser ausgesehen, was unsere Teamkollegen mit der Nummer 84 ja auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben. Das Wochenende in Monza werde ich jetzt einfach ganz schnell abhaken. Wir haben ein phantastisches Auto, mit dem wir ganz vorne mitfahren können und das bleibt auch weiterhin unser Ziel!“

Die nächsten beiden Veranstaltungen der Blancpain GT Serie führen die Teams und Fahrer nach Großbritannien. Zunächst wird auf dem nur 3,703 km langen Kurs von Brands Hatch in der englischen Grafschaft Kent am 6. und 7. Mai das zweite von fünf Sprintrennen über 60 Minuten ausgetragen, bevor es nur eine Woche später knapp 200 Kilometer weiter nach Silverstone geht. Der traditionsreiche Grand Prix Kurs nordwestlich von London wird dann Austragungsort des nächsten Endurance-Rennens sein.